Im 11. und 12. Jahrhundert
Die Anfänge der Wasserburg gehen auf das 11. bzw. 12. Jahrhundert zurück.
Im Laufe der Zeit hatten Herrschaft und Schloss Vöslau verschiedene Besitzer.
Die ersten bekannten Besitzer von Vöslau waren die Edelherren von Veselove.
Im 13. Jahrhundert
Das Wiener Ratsbürgergeschlecht der Pollen übernahm den Besitz und die Herrschaft. Konrad Poll war auch der erste urkundlich erwähnte Bürgermeister von Wien.
Die "Pollen" nahmen an einem Aufstand gegen den Herzog Friedrich den Schönen teil und wurde deshalb enteignet. Daraufhin wurde Vöslau Besitz der Familie Hailpechen.
Im 15. Jahrhundert
Matthias Corvinus war ein ungarischer König. Er versuchte, Kaiser Friedrich III. in mehreren Kriegen Österreich und die Steiermark abzunehmen. Er verwüstete und plünderte 1483 die Wasserburg und die Herrschaft Vöslau. Er eroberte Wien, nannte sich Herzog von Österreich und residierte hier bis zu seinem Tod.
Friedrich von Hohenberg, der Besitzer der Feste Merkenstein, nahm ungarische Söldner des Königs Matthias Corvinus auf. Sie verheerten von hier aus das Land. Als die kaiserlichen Soldaten die Burg Merkenstein sturmreif schießen wollten, zersprangen die Kanonen.
Später belagerten die Ungarn die Feste Merkenstein. Die Tore mussten für die Truppen geöffnet werden. Merkenstein blieb in den Händen der Ungarn, bis ihr König Matthias Corvinus starb.
Ergänzender Text
Vom 15. zum 16. Jahrhundert
Mitglieder der Familie Theschütz waren Besitzer von Schloss und Gut Vöslau:
Die Theschütz waren auch Herren auf Merkenstein, wodurch Gainfarn vorübergehend mit Vöslau vereinigt war.
Weitere Namen sind Sidonia Schrott, Georg Christian von Zinsendorf, Hans Paul Bayr von Weikersdorf und Karl Ludwig Graf von Hofkirchen.
Mitte des 16. Jahrhunderts war die Kapelle der Wasserburg das Zentrum der Reformation für das umliegende Land. Die Burg gehörte den Sinzendorfern.
Ergänzender Text
Vom 17. zum 18. Jahrhundert
Bei der zweiten Türkenbelagerung 1683 war das Schloss Vöslau in so schlechtem Zustand, dass es nicht als Fluchtburg und Verteidigungsplatz verwendet werden konnte. Erst später wurde die alte, baufällige Burg zu einem Schloss umgebaut. Dieser Umbau erfolgte unter August Edler von Wöber in den Jahren 1740 bis 1753.
1773 gelangte die Herrschaft und das nunmehrige Schloss in den Besitz der Familie Fries. Es begann der Aufstieg von Vöslau.
Ergänzender Text
Im 19. und im 20. Jahrhundert
Nach Georg Simon von Sina ging 1828 die Herrschaft an Freiherr von Geymüller, den Gründer der Kammgarnfabrik, über.
1837 besaß wieder ein Mitglied der Familie Fries, nämlich Graf Moritz II. Fries und 1901 Moritz Ritter von Gutmann das Schloss und Herrschaft Vöslau. Der Besitz ging dann an desses Sohn Wilhelm Gutmann über. Infolge der Machtergreifung der Nationalsozialisten übernahm die Gemeinde das Schloss, das nach dem Krieg an Wilhelm Gutmann rückgestellt werden musste. Während des 2. Weltkrieges diente das Schloss als Lazarett. Das Schloss wurde während der Besatzungszeit von den russischen Soldaten verwüstet.
Wer besitzt des Schloss heutzutage?
Wie du nun gelesen hast, hatten Herrschaft und Schloss Vöslau im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Besitzer.
1951 erwarb die Gemeinde das Schloss endgültig. Besitzer ist also die Gemeinde Bad Vöslau.
1968 begannen die Renovierungsarbeiten und der Umbau als Rathaus.
Im Mai 1974 übersiedelten sämtliche Dienststellen der Stadtverwaltung in das Schloss (Rathaus).
Es gibt keine "Herren" und keine "Herrschaft" mehr.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Vöslau