Merkenstein

Ruine Merkenstein

AbsatzWie alt ist die Burg?

Die Burg Merkenstein gab es wahrscheinlich schon im 12. Jahrhundert. Sie ist also ungefähr 800 Jahre alt. Die Merkensteiner Herren besaßen ihre Burg bis etwa 1322.

Ihnen folgten als Besitzer die Wallseer, die fast 100 Jahre lang die Burg besaßen und sie auch vergrößern ließen. Da die Familie Schulden hatte und miteinander stritt, mussten sie die Burg an die Familie Hohenberg abgeben. Hans III. von Hohenberg lieferte im Krieg die Burg an die Ungarn aus. Kaiser Friedrich III. belagerte daraufhin die Burg. Als er sie beschießen lassen wollte, zersprangen die Geschütze wegen Überladung, sodass der Kaiser die Belagerung aufgeben musste.

Zwei Jahre später versöhnte sich der Burgherr mit dem Kauser und verkaufte ihm die Burg. Der nunmehr "landesfürstliche" Besitz wurde von Pflegern verwaltet.

Als 1483 der ungarische König Matthias Corvinus in Niederösterreich einfiel, belagerte er die Vöslauer Wasserburg und nahm sie ein. Erst nach dem Tod des Königs fiel die Burg wieder an die österreichische Krone.

Im 16. Jahrhunder zählte zur Herrschaft Merkenstein außer Gainfarn und Großau auch Pottenstein, Furth, Muggendorf und St. Veit.


AbsatzEin ungerechter Grundherr

1542 wurde die Herrschaft dem Franz von Ficin übergeben. Er war ein strenger und ungerechter Grundherr, sodass noch bis heute einige Sagen über den "bösen Ficin" bekannt sind. So ließ er auch das Buch, in dem sämtliche Pflichten und Rechte der Untertanen und der Herren aufgezeichnet waren, verschwinden. Gleichzeitig erhöhte er die Abgaben der Bauern und forderte immer mehr Robotleistungen.

Die Bauern versuchten, sich gegen die Ungerechtigkeiten zu wehren. Besonders die Familie Ploeckelsteiner aus Muggendorf versuchte, zu ihrem Recht zu kommen. Sie flüchtete in ein anderes Herrschaftsgebiet (Araburg), was damals als schweres Verbrechen galt. Die drei Brüder Ploeckelsteiner überfielen Ficin sogar und erschossen dabei sein Pferd. Er selbst konnte fliehen. Die Attentäter wurden aber gefasst, zur Strafe nach Wiener Neustadt ins Gefängnis gebracht und gehenkt.

Ficin wurde oft angezeigt, weil er sich um die Burg Merkenstein nicht sonderlich kümmerte, seine Untertanen ungerecht behandelte und oft mit dem Landesfürsten stritt. Obwohl er als Pfleger der Herrschaft eingesetzt war, befand sich die Burganlage in schlechtem Zustand. Die Zahl seiner Untertanen sank ständig. Kaufen wollte er die Burg nicht, weil er schon alt war und keine Kinder hatte. Sein Hauptinteresse galt nur seinem Vermögen.


AbsatzDie Zerstörung der Burg

Den Türkeneinfall von 1529 überstand die Burg ohne große Schäden, das Türkenjahr 1683 überlebte sie hingegen nicht.

Die Burg war im Besitz der Familie Dietrichstein, als sie von einer türkischen Streifschar erstürmt wurde. Alle 173 Bewohner, Verteidiger und Flüchtlinge, wurden niedergemetzelt. Anschließend brannten die Türken die Burg nieder.

Merkenstein

Nachdem die Osmanen vertrieben worden waren, verlegte man den Verwaltungssitz der Herrschaft nach Gainfarn und überließ die Burgruine Merkenstein ihrem Schicksal.

Heute ist Merkenstein ist eine der größten Burgruinen des südlichen Wienerwaldes.


Absatz Ergänzender Text

Nach der Familie Dietrichstein (bis 1829) waren die Grafen Münch-Bellinghausen, dann die Freiherren von Brenner-Felsach und die Firma Leopold Kern sowie die Creditanstalt-Bankverein Besitzer der Herrschaft.

Während des Zweiten Weltkrieges gehörte sie der Familie Krupp. Unter der russischen Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auch das Sommerschloss fast zur Ruine. Nach 1955 kam die Ruine mit dem Waldbesitz an die Republik Österreich (Österreichische Bundesforste).


Schloss Merkenstein

AbsatzErgänzender Text

Das Schloss Merkenstein (von den Architekten Julius Romano und August Schwendenwein für Joachim Eduard Graf Münch-Bellinghausen errichtet) war zu seiner Zeit eine der bedeutendsten Villen. Das Grundstück mit dem Tiergarten war lange Zeit "verwildert" und das Schlösschen leider nicht zugänglich, weil in Privatbesitz.

Das hieß: Zutritt verboten - Einsturzgefahr! Dasselbe gilt heute noch für die Ruine Merkenstein. Eine Besichtigung ist nur von außen möglich.


AbsatzErgänzender Text

Erbauer des ehemaligen Landhauses war  Joseph Carl Graf Dietrichstein in den Jahren 1801 bis 1803. Im Garten ließ seine Gattin Elisabeth (Gräfin Waldstein-Wartenberg) historisierende Bauten errichten (Einsiedelei und Aussichtsturm). Die Kapelle im Schlossgarten stammt wahrscheinlich aus dem 16. Jahrhundert.
Der Türkenbrunnen sollte an die Zerstörung der nahen Burg durch die Türken erinnern.
Der Park war öffentlich zugänglich.

1829 kaufte Eduard Graf Münch-Bellinghausen die Herrschaft Merkenstein. Er ließ anstelle des Landhauses ein Schloss im Tudorstil errichten. Dieses Schloss Merkenstein ist das erste Schloss, das in Österreich im Tudorstil errichtet wurde

Weitere Besitzer des Schlosses waren Adolph Freiherr Brenner von Felsach und sein Sohn Joachim Brenner von Felsach, der Sägewerksbetreiber Leopold Kern und der Industrielle Arthur Krupp aus Berndorf.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es von den sowjetischen Besatzungstruppen beschlagnahmt und nach dem Staatsvertrag  von der Republik Österreich den Österreichischen Bundesforsten übertragen.

Im Jahr 2000 wurde es von privaten Käufern erworben und originalgetreu restauriert. Heute ist Schloss Merkenstein wieder bewohnt (siehe Foto).


 

Quellen:

burgen-austria.com/Archiv.asp?Artikel=Merkenstein - Burgruine
de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Merkenstein